Über das Werk
Die versunkene Glocke, im Untertitel „Ein deutsches Märchendrama“, ist Gerhart Hauptmanns erstes Versdrama. Es markiert den Bruch mit seinem bisherigen naturalistischen Stil – auch als Reaktion auf den Misserfolg von „Florian Geyer“ wenige Monate zuvor – und gilt als sein erstes neuromantisches Werk. Die Uraufführung fand am 2. Dezember 1896 im Deutschen Theater Berlin statt, mit Musik von Max Marschalk.
Handlung
Der Glockengießer Heinrich verliert seine neu gegossene Glocke, als sie beim Transport in einen Bergsee stürzt. Schwer verletzt wird er von der Elfe Rautendelein gesund gepflegt und verzaubert; er verlässt daraufhin Frau und Kinder, um mit ihr in den Bergen zu leben. Seine Frau Magda ertränkt sich im See und läutet die versunkene Glocke – ihr Klang verfolgt Heinrich als Stimme seines Gewissens, bis er schließlich in Rautendeleins Armen stirbt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück war zu Hauptmanns Lebzeiten eines seiner meistgespielten und um die Jahrhundertwende zeitweise sein erfolgreichstes Werk.