Über das Werk
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist eine 1974 bei Kiepenheuer & Witsch erschienene Erzählung des deutschen Schriftstellers und späteren Nobelpreisträgers Heinrich Böll. Der Untertitel „Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann“ verweist auf Bölls eigene Erfahrung mit Kampagnen der Boulevardpresse, die den Anstoß für den Stoff gaben.
Handlung
Die Hausangestellte Katharina Blum lernt auf einer Karnevalsfeier einen Mann kennen, der von der Polizei als Terrorist gesucht wird, und gewährt ihm für eine Nacht Unterschlupf. Eine reißerische Boulevardzeitung macht daraus eine Verleumdungskampagne, die Katharina Blums Ansehen systematisch zerstört, bis sie den verantwortlichen Reporter erschießt.
Kulturelle Bedeutung
Mit rund 2,7 Millionen verkauften Exemplaren zählt die Erzählung zu Bölls meistgelesenen Werken und gilt als scharfe Abrechnung mit der Sensationspresse der 1970er Jahre; 1975 verfilmten Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta den Stoff, John von Düffel legte später eine eigene Bühnenfassung vor.