Über das Werk
Die Tage der Turbins ist ein Drama in vier Akten von Michail Bulgakow nach seinem Roman „Die weiße Garde“. Es spielt im Winter 1918/19 in Kiew, während die Stadt nacheinander von Weißgardisten, Petljuras Truppen und der Roten Armee kontrolliert wird. Uraufgeführt wurde es am 5. Oktober 1926 am Moskauer Künstlertheater unter Konstantin Stanislawski, mit Nikolai Chmeljow als Oberst Alexej Turbin.
Handlung
Im Haus der Offiziersfamilie Turbin in Kiew bricht während des Bürgerkriegs die alte Ordnung zusammen. Oberst Turbin verteidigt die Stadt gegen Petljuras Truppen und fällt im Kampf; seine Schwester Jelena trennt sich von ihrem feigen Mann und wendet sich einem anderen Offizier zu. Die überlebenden Turbins müssen sich mit der unumkehrbaren Machtübernahme der Bolschewiki abfinden.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück war stark autobiographisch geprägt – Bulgakows Großmutter mütterlicherseits entstammte der Familie Turbin. Wegen der differenzierten Darstellung der „weißen“ Offiziere wurde es 1929 zeitweise verboten; dass Stalin es sich Berichten zufolge rund fünfzehnmal ansah, sicherte ihm den Verbleib im Repertoire. Bis 1941 erlebte es am Künstlertheater 987 Vorstellungen. Die deutschsprachige Erstaufführung folgte erst 1973 am Theater Heidelberg.