Über das Werk
Die Stumme von Portici (La muette de Portici) ist eine Grand opéra in fünf Akten von Daniel-François-Esprit Auber nach einem Libretto von Germain Delavigne und Eugène Scribe, uraufgeführt am 29. Februar 1828 an der Pariser Opéra. Das Werk gilt als Begründung der Gattung der abendfüllenden Grand opéra mit Chor, Tanz und aufwendiger Bühnenmaschinerie.
Handlung
Im neapolitanischen Fischerort Portici erhebt sich 1647 das Volk unter Führung des Fischers Masaniello gegen die spanische Herrschaft, nachdem dessen stumme Schwester Fenella von Alphonse, dem Sohn des spanischen Vizekönigs, verführt und verlassen wurde. Der zunächst erfolgreiche Aufstand endet blutig: Masaniello wird von der aufgewiegelten Menge getötet, und Fenella stürzt sich beim Ausbruch des Vesuv in die Lava.
Kulturelle Bedeutung
Die Aufführung am 25. August 1830 in Brüssel, bei der das Duett „Amour sacré de la patrie“ das Publikum zum Aufstand gegen die niederländische Herrschaft aufstachelte, gilt als unmittelbarer Auslöser der belgischen Revolution und Unabhängigkeit. Ungewöhnlich ist zudem, dass die stumme Titelfigur Fenella durchgehend nur tänzerisch-pantomimisch dargestellt wird, ohne je zu singen.
