Über das Werk
Die stumme Serenade ist eine Komödie mit Musik in zwei Akten von Erich Wolfgang Korngold, sein letztes Bühnenwerk. Ursprünglich 1946 für eine Broadway-Produktion gedacht, arbeitete Korngold es nach dem Scheitern dieser Pläne zu einer deutschsprachigen Fassung um; eine gekürzte Konzertfassung sendete Radio Wien 1951, die vollständige Bühnenuraufführung dirigierte das Stadttheater Dortmund am 10. November 1954.
Handlung
Im Neapel des Jahres 1820 wird der Modeschöpfer Andrea Coclé verhaftet, weil er nachts in den Garten der Schauspielerin Silvia Lombardi eingedrungen sein und an einem Anschlag auf den Ministerpräsidenten beteiligt gewesen sein soll. Im Verhör gesteht Coclé lediglich, ihr heimlich ein Ständchen gebracht zu haben, das aber niemand gehört habe – eine „stumme Serenade“. Nach einer Palastrevolution steigt er selbst zum Landesherrn auf, ehe er der Politik entsagt und Silvia heiratet.
Kulturelle Bedeutung
Die Dortmunder Uraufführung 1954 stieß beim Publikum auf Begeisterung, wurde von der Kritik jedoch verrissen und verschwand danach 53 Jahre lang von den Bühnen. Korngold hatte das Werk ursprünglich für den Broadway vorgesehen, lehnte jedoch die Forderung der Theaterbesitzer-Brüder Shubert nach Kontrolle über das Libretto ab, sodass eine Broadway-Fassung nie zustande kam; die englischsprachige Fassung wurde erst 2013 in Toronto uraufgeführt, ihre US-Erstaufführung folgte sogar erst 2026 durch die Mannes Opera in New York.