Die Soldaten
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Die Soldaten

Jakob Michael Reinhold Lenz
Theater · 1863
DramaKlassiker

Über das Werk

Die Soldaten ist ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Akten von Jakob Michael Reinhold Lenz, das er 1776 während seiner Straßburger Zeit verfasste und noch im selben Jahr veröffentlichte. Als typisches Sturm-und-Drang-Werk verzichtet Lenz auf tragisch-idealistische Titanen und zeichnet stattdessen in nüchterner, oft skizzenhafter Sprache den sozialen Abstieg einer Bürgerlichen – eine Schreibweise, die zeitgenössisch weder als literatur- noch als bühnenfähig galt. Erst rund neunzig Jahre später, am 9. Dezember 1863, brachte Eduard von Bauernfeld eine Bearbeitung des Stücks am Wiener Hofburgtheater zur Uraufführung.

Handlung

Die Kaufmannstochter Marie verlobt sich mit dem Tuchhändler Stolzius, lässt sich aber vom Offizier Desportes umwerben, der sie mit Heiratsversprechen hinhält und schließlich fallen lässt. Gesellschaftlich geächtet, gerät Marie zwischen mehrere Soldaten, während Stolzius aus Eifersucht Desportes vergiftet und sich selbst das Leben nimmt. Am Ende erkennt nicht einmal ihr eigener Vater die entstellte Marie wieder.

Kulturelle Bedeutung

Das Stück prangert die Ausbeutung bürgerlicher Frauen durch das Militär und die Mitschuld bürgerlicher Standesmoral an und gilt als eines der schärfsten Gesellschaftsdramen des Sturm und Drang. Es beeinflusste spätere Autoren bis zu Georg Büchners Woyzeck und diente Bernd Alois Zimmermann als Vorlage für seine gleichnamige Oper (1965).

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