Die Seherin
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Die Seherin

Milo Rau
Theater · 2025
Zeitgenossen

Über das Werk

„Die Seherin“ ist ein Theaterabend von Milo Rau, der Text und Regie verantwortet; am Text wirkte die Schauspielerin Ursina Lardi mit, die auch die Hauptrolle spielt. Die Uraufführung fand am 5. Juni 2025 bei den Wiener Festwochen statt, als Produktion der Schaubühne am Lehniner Platz in Koproduktion mit den Wiener Festwochen und der Biennale di Venezia; im September 2025 folgte die Berliner Premiere an der Schaubühne. Der rund 90-minütige Abend wird auf Deutsch und Arabisch gespielt und verbindet Lardis Monolog mit Videoaufnahmen des irakischen Lehrers Azad Hassan.

Handlung

Eine Kriegsfotografin reist seit Jahren durch Krisengebiete und hält das Leid anderer im Bild fest, scheinbar unverwundbar, bis sie selbst Gewalt erfährt. Aus der Beobachterin wird eine bittere Kassandra, die von einer gleichgültigen Öffentlichkeit nicht gehört wird und zugleich immer extremeren Gewaltbildern nachjagt. Neben ihr erzählt Azad Hassan, wie der sogenannte Islamische Staat 2014 Mossul einnahm und er unter der Besatzung eine Hand verlor. Anklänge an den Kassandra-Mythos und an Sophokles’ „Philoktet“ durchziehen die Erzählung.

Kulturelle Bedeutung

Der Abend setzt Raus langjährige Auseinandersetzung mit Gewalt und ihrer Darstellung fort, die er zuvor etwa in „Orest in Mossul“ (2019) im Irak verortet hatte. Die Kritik würdigte, dass er das Publikum als Mitbetrachter von Gewaltbildern in die Verantwortung nimmt, statt es moralisch zu entlasten, fand die mythologischen Bezüge aber nicht ganz eingelöst.

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Kommende Aufführungen
Schaubühne am Lehniner Platz · Berlin
12. Oktober 2026 · 6×
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