Über das Werk
„Die schmutzigen Hände“ („Les Mains sales“) ist ein politisches Drama in sieben Bildern von Jean-Paul Sartre. Die Uraufführung fand am 2. April 1948 am Théâtre Antoine in Paris statt, inszeniert von Pierre Valde unter Mitarbeit von Jean Cocteau, mit François Périer als Hugo und André Luguet als Hoederer; der Text erschien im selben Frühjahr in der Zeitschrift „Les Temps modernes“. Deutschsprachig war das Stück erstmals am 6. November 1948 am Schauspielhaus Zürich zu sehen, seit 2024 liegt eine Neuübersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel vor.
Handlung
Schauplatz ist Illyrien, ein erfundener Staat in Osteuropa, während des Zweiten Weltkriegs. Hugo, ein junger Intellektueller aus bürgerlichem Haus, soll für eine Fraktion der kommunistischen Partei den Parteiführer Hoederer töten, weil dieser mit den politischen Gegnern paktieren will, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Als Sekretär getarnt zieht Hugo mit seiner Frau Jessica in Hoederers Haus, schiebt die Tat aber hinaus, weil ihn der Mann immer mehr fasziniert; er schießt erst, als er Hoederer und Jessica bei einem Kuss überrascht. Zwei Jahre später, nach der Haft, erzählt er Olga die Geschichte, erfährt, dass die Partei inzwischen Hoederers Kurs übernommen hat, und wählt den Tod, statt sich wieder einzufügen.
Kulturelle Bedeutung
Im Zentrum steht die Frage, ob politische Ziele jedes Mittel rechtfertigen und ob Hugo aus Überzeugung oder aus Eifersucht getötet hat. Nach der Uraufführung begrüßten rechte Kreise das Stück als antikommunistisch, während Linke und kommunistische Parteien es aus demselben Grund angriffen. Sartre gab danach lange keine neuen Inszenierungen frei und versuchte 1954 in Wien, eine Aufführung am Volkstheater zu verhindern; in Frankreich kam das Stück erst 1976 wieder auf die Bühne, in einem sozialistischen Land erstmals im November 1968 in Prag.
