Die lustigen Nibelungen
—
0 Bewertungen

Die lustigen Nibelungen

Oscar Straus
Oper · 1904

Über das Werk

Die lustigen Nibelungen ist eine „burleske Operette" in drei Akten von Oscar Straus auf einen Text von Rideamus (Fritz Oliven). Die Uraufführung fand 1904 statt. Das Werk parodiert mit frechem Witz das Nibelungenlied und den nationalen Wagner-Kult und nimmt zugleich das wilhelminische Bürgertum samt seiner Heldenpathos-Formeln aufs Korn.

Handlung

Siegfried, Gunther, Kriemhild, Brünhild und Hagen treten als komisch entzauberte Figuren auf: Aus dem Heldenepos wird eine bürgerliche Gesellschaftssatire voller Anachronismen. Statt mythischer Größe regieren Geldgier, Eitelkeit und Klatsch; der strahlende Held Siegfried entpuppt sich als großspuriger Aufschneider, und die Mär vom Nibelungenschatz gerät zur Posse über Spekulation und falsche Ehre. Mit Augenzwinkern führt die Operette die Heldenwelt als Spiegel der eigenen Gegenwart vor.

Kulturelle Bedeutung

Die lustigen Nibelungen zählt zu den geistreichsten Operetten-Parodien des frühen 20. Jahrhunderts und verspottet kühn den nationalen Wagner-Kult der Kaiserzeit. Oscar Straus, später durch „Ein Walzertraum" und „Der tapfere Soldat" weltberühmt, zeigt hier seinen scharfen satirischen Witz. An der Komischen Oper Berlin wurde das selten gespielte Stück zuletzt wiederentdeckt und für seine bis heute treffende Obrigkeits- und Heldensatire gefeiert.

Community-Bewertung
—
0 Bewertungen
Home
Entdecken
Freunde
Profil