Über das Werk
Die Kabale der Scheinheiligen (auch als „Molière“ bekannt) ist ein Drama in vier Akten von Michail Bulgakow über die letzten Lebensjahre Molières am Hof Ludwigs XIV. Bulgakow schrieb es 1929/30, nachdem eine Hausdurchsuchung und die Zensur seines Romans „Die weiße Garde“ ihm die Gefährdung des Künstlers im autoritären Staat vor Augen geführt hatten. Uraufgeführt wurde es am 16. Februar 1936 am Moskauer Künstlertheater.
Handlung
Molière, gefeierter Hofdichter und Schauspieler, gerät durch sein Stück „Tartuffe“ in Konflikt mit einer geheimen Bruderschaft frommer Eiferer. Als seine Ehe mit der jungen Armande zum Skandal wird und ihm der König die schützende Hand entzieht, verliert Molière Bühne und Ruf und stirbt schließlich auf offener Szene, mitten in einer Vorstellung.
Kulturelle Bedeutung
Maxim Gorki lobte das noch unaufgeführte Stück 1931 als kunstvoll gemacht. Nach nur sieben Vorstellungen ließ Stalin es am 9. März 1936 verbieten; der Kulturfunktionär Platon Kerschenzew sah darin eine unerwünschte Parallele zwischen der Despotie Ludwigs XIV. und der sowjetischen Diktatur. Das Stück gilt seither als Bulgakows verschlüsselte Reflexion über die Abhängigkeit des Künstlers von der Macht.