Über das Werk
Fragment einer Oper von Modest Mussorgski nach Nikolai Gogols gleichnamiger Komödie (1842); Mussorgski vertonte im Sommer 1868 wortgetreu nur den ersten Akt und brach die Arbeit danach ab. Die postume Uraufführung dieses einen Akts fand am 12. Dezember 1908 in der Bearbeitung Nikolai Rimski-Korsakows im Adelssaal von Moskau statt.
Handlung
Der unentschlossene Beamte Podkoljossin lässt sich von der Heiratsvermittlerin Fjokla Iwanowna eine Braut vorschlagen, zögert aber immer wieder. Sein tatkräftiger Freund Kotschkarjow drängt ihn schließlich, sich endlich auf den Weg zur Brautschau zu machen – an diesem Punkt bricht Mussorgskis Vertonung ab.
Kulturelle Bedeutung
Mussorgski wollte mit der wortgetreuen Vertonung von Gogols Prosa einen radikal realistischen Deklamationsstil erproben, der Sprachrhythmus und Alltagssprache unmittelbar in Musik übersetzt. Das Experiment blieb ohne Fortsetzung durch ihn selbst, beeinflusste aber spätere russische Opern mit ähnlich sprachnaher Deklamation, etwa Schostakowitschs Die Nase.