Über das Werk
Otto Nicolai schuf sein Werk um den verbannten Lord Artur Norton in mehreren Fassungen: zunächst als italienische Oper „Il proscritto“ (Mailand 1841), grundlegend überarbeitet als deutsche „Heimkehr des Verbannten“ (Wien 1844) und ein drittes Mal kurz vor seinem Tod für Berlin. Das Libretto nach Frédéric Souliés Schauspiel „Le proscrit“ stammte von Gaetano Rossi, der es zuvor bereits Verdi angeboten hatte.
Handlung
Leonore steht zwischen zwei Männern: dem totgeglaubten Lord Artur Norton, der aus der Verbannung zurückkehrt, und ihrem Verlobten, Graf Edmund von Pembroke, der zugleich Nortons politischer Gegner ist. Da sie beide liebt und keinen verraten will, vergiftet sie sich am Ende selbst, um die verfeindeten Männer zu versöhnen.
Kulturelle Bedeutung
Die Mailänder Uraufführung scheiterte 1841, weil die Titelsängerin – Nicolais frühere Verlobte – ihre Partie nur markierte; die Wiener Fassung von 1844 dagegen erlebte binnen dreier Jahre rund vierzig Vorstellungen am Kärntnertortheater. Das Werk zeigt, wie Nicolai italienische Belcanto-Tradition mit einer zunehmend deutschen Musiksprache verband.