Über das Werk
Local-Posse in vier Abteilungen von Johann Nestroy nach Karl Gottlieb Prätzels Erzählung „Die Schlossmamsell“ (1833), uraufgeführt am 8. Oktober 1834 im Carl-Theater in Wien unter Nestroys eigenem Autoren-Pseudonym „Herr von Dreger“. Die Premiere verzögerte sich, weil das Theater 1833 durch die gleichzeitigen Erfolge von „Der böse Geist Lumpacivagabundus“ und „Robert der Teuxel“ ausgelastet war; eine frühere, unaufgeführt gebliebene Zauberposse zum selben Stoff trug den Titel „Das Verlobungsfest im Feenreiche“.
Handlung
Die reiche, sich jünger gebende Regina und der eitle Schladriwux schließen eine Wette: Finden sie binnen eines Jahres keine jüngeren Ehepartner, müssen sie ihre älteren Verehrer Hirschwald und Ursula heiraten. Der mittellose Student Eduard gerät dabei in einen unerwünschten Heiratsvertrag mit der vermögenden Regina, entkommt ihm aber durch Verwicklungen und gewinnt am Ende sowohl eine Anstellung als Verwalter als auch die Hand der jüngeren Amalie.
Kulturelle Bedeutung
Die zeitgenössische Kritik urteilte gespalten zwischen „passabel“ und Verrissen, die dem Stück den „Branntweingeist der Wirtshäuser“ vorwarfen, lobte aber einhellig die Leistungen von Wenzel Scholz und Nestroy selbst. Spätere Forschung, etwa Otto Rommel, sah in dem Stück einen Schritt von der Zauberposse hin zu einer gesellschaftskritischen, auf Materialismus und Charakterschwächen zielenden Komödie.