Über das Werk
Die Gezeichneten ist eine Oper in drei Aufzügen von Franz Schreker nach eigenem Libretto. Schreker hatte den Text 1911 zunächst für Alexander von Zemlinsky entworfen, der ihn um „die Tragödie des hässlichen Mannes" nach Frank Wedekinds Drama Hidalla gebeten hatte, vertonte den Stoff dann aber selbst und vollendete die Partitur 1915. Die Uraufführung fand am 25. April 1918 an der Oper Frankfurt unter Ludwig Rottenberg statt.
Handlung
Der verwachsene genuesische Adlige Alviano Salvago hat die Insel Elysium erbauen lassen, einen Ort der Schönheit, den er wegen seines Äußeren selbst nicht genießen kann. Als er sich der Malerin Carlotta anvertraut, verliebt sie sich in sein Wesen, wird aber zugleich vom skrupellosen Tamare begehrt, der Elysium heimlich für Orgien nutzt. Der Konflikt eskaliert, als Alviano gegen Tamare tödliche Gewalt anwendet.
Kulturelle Bedeutung
Der Premierenerfolg machte Schreker zeitweise zum meistgespielten Opernkomponisten seiner Zeit, noch vor Richard Strauss. Nach dem Aufführungsverbot der Nationalsozialisten geriet das Werk in Vergessenheit und wurde erst 1979 in Frankfurt wiederentdeckt.