Über das Werk
„Die Geißel des Himmels“ ist der deutsche Titel von „The Lathe of Heaven“, einem Science-Fiction-Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Ursula K. Le Guin. Er erschien 1971 zunächst in zwei Folgen der Zeitschrift Amazing Science Fiction Stories und noch im selben Jahr als Buch bei Charles Scribner's Sons in New York; die deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Birgit Reß-Bohusch folgte 1974 bei Heyne. Eine Bühnenfassung als Mixed-Reality-Abend, teils mit VR-Brille erlebbar, entwickelt das Duo F. Wiesel (Hanke Wilsmann und Jost von Harleßem); ihre Uraufführung am Staatstheater Nürnberg ist für den 11. Februar 2027 angesetzt.
Handlung
Schauplatz ist Portland in Oregon im Jahr 2002, eine Stadt mit drei Millionen Einwohnern und unablässigem Regen. Der technische Zeichner George Orr hat Träume, die die Wirklichkeit samt ihrer Vergangenheit umschreiben; nur er selbst erinnert sich an die Welt davor. Weil er seine Träume mit Medikamenten zu unterdrücken versucht, muss er sich bei dem ehrgeizigen Psychiater und Schlafforscher William Haber behandeln lassen, der Orrs Gabe erkennt und sie mit einer eigens gebauten Maschine lenkt, um die Welt zu verbessern. Jeder dieser Eingriffe, etwa gegen Überbevölkerung, Krieg oder Rassismus, bringt jedoch eine neue, oft schlimmere Realität hervor, und Orr sucht Hilfe bei der Anwältin Heather Lelache.
Kulturelle Bedeutung
Der Roman erhielt 1972 den Locus Award als bester Roman und war für den Nebula und den Hugo Award nominiert. Le Guin stellt darin Habers planende Weltverbesserung gegen Orrs taoistisch geprägte Gelassenheit; der Originaltitel und mehrere Kapitelmotti gehen auf Schriften des chinesischen Philosophen Zhuangzi zurück. Fürs Fernsehen wurde der Stoff zweimal verfilmt, 1980 für PBS und 2002 für A&E.
