Über das Werk
Die Flucht („Acht Träume“) ist ein Schauspiel von Michail Bulgakow über den Rückzug der Weißen Armee und ihres Umfelds am Ende des Russischen Bürgerkriegs 1920/21. Bulgakow schrieb es 1926–28; Stalin ließ es verbieten, weil ihm die geschlagenen weißgardistischen Generäle zu mitfühlend gezeichnet erschienen. Zu Lebzeiten des Autors nie aufgeführt, erlebte es seine Uraufführung erst am 29. März 1957 in Stalingrad.
Handlung
Von der Krim aus fliehen General Chludow, der Wissenschaftler Golubkow, seine Geliebte Serafima und der Haudegen General Tscharnota vor der heranrückenden Roten Armee nach Konstantinopel und schließlich Paris. In acht traumartigen Bildern zeigt Bulgakow den moralischen und materiellen Verfall der Emigranten, die im Exil um ihr Überleben kämpfen.
Kulturelle Bedeutung
Mit dem Untertitel „Acht Träume“ rückte Bulgakow die Handlung bewusst von historischer Faktentreue ab – vor der Zensur schützte ihn das nicht. Die Uraufführung erst nach Stalins Tod machte das Stück zu einem späten Beleg für die vorsichtige Rehabilitierung Bulgakows während des Tauwetters. Die deutsche Übersetzung von Thomas Reschke gehört bis heute zum Bestand deutscher Bühnenverlage.