Über das Werk
Kurt Weill komponierte die dreiaktige Oper zwischen August und Oktober 1931 nach einem eigens von Caspar Neher verfassten Libretto, das auf Johann Gottfried Herders Parabel „Der afrikanische Rechtsspruch“ beruht. Die Uraufführung fand am 10. März 1932 an der Städtischen Oper Berlin statt, unter der musikalischen Leitung von Fritz Stiedry und der Regie von Carl Ebert.
Handlung
Im fiktiven Land Urb verbürgt sich der Viehhändler Johann Mattes für den Getreidehändler David Orth, damit dieser einen Schatz sicher verwahren kann; als der Schatz gestohlen wird und Mattes in Verdacht gerät, entzweit der Streit um Schuld und Vertrauen die beiden Familien über Generationen. Aus dem privaten Konflikt entwickelt sich schrittweise eine Diktatur, die Geld und Macht über die ursprüngliche Bürgschaft zwischen den Menschen stellt.
Kulturelle Bedeutung
Der Kritiker Alfred Einstein feierte die Uraufführung als „eine Leistung von höchstem Rang“, doch die politischen Umstände verhinderten weitere Aufführungen in Deutschland nach 1933. Das lange als verschollen geltende Werk wurde erst 1987 in Amsterdam wiederentdeckt und gilt seither als eines von Weills bedeutendsten Bühnenwerken der Weimarer Republik.