Über das Werk
Späte jakobinische Tragikomödie, die William Shakespeare gemeinsam mit John Fletcher um 1613/14 verfasste – nach heutigem Forschungsstand Shakespeares letztes Bühnenwerk. Als Vorlage diente Geoffrey Chaucers Verserzählung „The Knight's Tale“ aus den Canterbury Tales. Eine Aufführung am englischen Königshof ist für 1619 belegt, gedruckt wurde das Stück erstmals 1634 als Quarto.
Handlung
Die thebanischen Vettern und engen Freunde Palamon und Arcite geraten nach einem verlorenen Krieg in athenische Gefangenschaft. Beide verlieben sich, kaum haben sie sie aus der Zelle erblickt, in Prinzessin Emilia und werden darüber zu erbitterten Rivalen. Freigelassen, tragen sie ihren Streit in einem ritterlichen Turnier um Emilias Hand aus: Arcite gewinnt den Kampf, stirbt aber kurz darauf an einem Sturz vom Pferd, worauf Palamon Emilia heiratet.
Kulturelle Bedeutung
Lange galt die Autorschaft als ungeklärt; das Stück fehlte im ersten Folio von 1623 und wurde erst 1679 in die Beaumont-und-Fletcher-Ausgabe aufgenommen. Heute gilt die gemeinsame Verfasserschaft von Shakespeare und Fletcher in der Forschung als weitgehend gesichert, gestützt auf stilistische Zuordnungen einzelner Akte; das Werk zählt zu den späten Beispielen der jakobinischen Tragikomödie.
