Über das Werk
Die Acharner wurden 425 v. Chr. bei den Lenäen aufgeführt, errangen den ersten Preis und sind die älteste vollständig erhaltene Komödie der Weltliteratur. Aristophanes ließ das Stück, sein drittes, wie schon die vorigen durch seinen Mitarbeiter Kallistratos einreichen und reagierte damit zugleich auf den Politiker Kleon, der ihn wegen des Vorjahresstücks Die Babylonier angeklagt hatte.
Handlung
Der athenische Bauer Dikaiopolis ist des sechs Jahre währenden Peloponnesischen Krieges überdrüssig und schließt auf eigene Faust einen dreißigjährigen Privatfrieden mit Sparta. Die Kohlenbrenner vom Land Acharnai wollen ihn dafür zunächst lynchen, lassen sich aber von einer bei Euripides entliehenen Rede besänftigen. Während Dikaiopolis den Frieden mit Markttreiben und Festen genießt, kehrt der kriegstreiberische General Lamachos verwundet vom Feld zurück.
Kulturelle Bedeutung
Als älteste der drei „Friedenskomödien“ neben Der Frieden und Lysistrate zeigt das Stück früh Aristophanes' Grundmuster: Ein einzelner Bürger löst mit einer absurden Idee ein Problem, an dem die Politik scheitert. Die Komödie gilt bis heute als eindrücklichstes erhaltenes Zeugnis für die Kriegsmüdigkeit im Athen der 420er Jahre.