Über das Werk
Gerhart Hauptmann entwarf dieses Versdrama in elf Szenen ab 1908 unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs. Die Uraufführung am 28. März 1920 im Berliner Großen Schauspielhaus inszenierten Max Reinhardt und Karlheinz Martin, mit Alexander Moissi als Montezuma und Emil Jannings als Cortez.
Handlung
Das Stück erzählt von der spanischen Eroberung Mexikos um 1520. Der Aztekenherrscher Montezuma erwartet den prophezeiten „weißen Heiland" und hält den Eroberer Cortez zunächst für einen göttlichen Boten. Statt Erlösung erfährt sein Volk Verrat und Gewalt; gezwungen, gegen die eigenen Fürsten vorzugehen, verliert Montezuma den Rückhalt seines Volkes und wird schließlich von den eigenen Leuten erschossen.
Kulturelle Bedeutung
Alfred Kerr rühmte die moralische Umkehrung der Rollen („Sein Wilder ist Christ, seine Christen sind Wilde"), spätere Deutungen lasen das Stück als Verarbeitung der Kriegsgräuel. Dennoch geriet es rasch in Vergessenheit: Zwischen 1944 und einer Greifswalder Wiederaufführung 2012 kam es laut nachtkritik.de nur zu vier Inszenierungen.