Über das Werk
Der verrückte Jourdain ist eine Molière-Bearbeitung in drei Akten, die Michail Bulgakow 1932 im Auftrag eines Theaters nach Molières „Der Bürger als Edelmann“ schrieb und dabei um Figuren und Szenen aus weiteren Molière-Komödien erweiterte. Kein Theater – darunter das Künstlertheater und das Wachtangow-Theater – nahm das technisch aufwendige Stück mit seinen raschen Verwandlungen und der Theater-im-Theater-Form an; es blieb zu Lebzeiten Bulgakows unaufgeführt und unpubliziert.
Handlung
Der reiche Pariser Bürger Jourdain will unbedingt als Adliger gelten und lässt sich von Schmeichlern und Lehrmeistern jeder Art das Geld aus der Tasche ziehen. Bulgakow rahmt die Handlung als Stück im Stück: Molière selbst schickt seine Komödie an die Schauspielerin Béjart und mischt Anspielungen auf „Don Juan“ und „Die Zwangsheirat“ hinein.
Kulturelle Bedeutung
Gedruckt erschien der Text erst 1965. Seine Bühnen-Uraufführung erlebte das Stück erst 59 Jahre nach der Entstehung: am 17. März 1991 am Moskauer Künstlertheater „Gorki“ in der Regie von Tatjana Doronina – eine der spätesten Erstaufführungen unter den zu Lebzeiten unterdrückten Bulgakow-Stücken.