Über das Werk
Barockoper („Sing-Spiel“) in drei Akten von Reinhard Keiser nach einem Libretto von Heinrich Hinsch, uraufgeführt am 1. Juli 1703 an der Oper am Gänsemarkt in Hamburg. Das Werk folgt einer bei Tacitus überlieferten Episode um Kaiser Claudius und führte als eine der ersten deutschsprachigen Opern italienische Arien ein.
Handlung
Im Mittelpunkt steht die Affäre zwischen Kaiserin Messalina und dem Römer Silius, die sich mit höfischen Intrigen um Machtgier und übernatürlichen Elementen verbindet. Eine Nebenhandlung erzählt von Calpurnias unerfüllter Liebe zu Silius.
Kulturelle Bedeutung
Georg Friedrich Händel griff Motive aus Der verführte Claudius später für eigene Werke wie „Almira“ (1705) auf – ein früher Beleg für Keisers Einfluss auf den jungen Komponisten. Das Werk blieb im Hamburger Repertoire und wurde noch 1706, 1718 und 1726 wiederaufgeführt, wobei die Musik der letzten Bearbeitung verloren ist.