Über das Werk
Der Trank der Unsterblichkeit ist eine romantische Oper in vier Akten, die E. T. A. Hoffmann 1808 nach einem Libretto Julius von Sodens komponierte. Die Vorlage verbindet Frances Sheridans Erzählung The History of Nourjahad (1767) mit Motiven aus August Gottlieb Meißners Alexander und der Quell der Unsterblichkeit (1796). Hoffmann schickte die fertige Partitur 1807 als Arbeitsprobe für eine Kapellmeisterstelle nach Bamberg; da Soden ans Würzburger Theater wechselte, kam es dort nie zur Aufführung, und die Noten blieben fast zwei Jahrhunderte in der Berliner Staatsbibliothek liegen. Die szenische Uraufführung fand erst am 28. April 2012 am Theater Erfurt statt, unter der musikalischen Leitung von Samuel Bächli und in der Regie Peter P. Pachls.
Handlung
Der wohlhabende Naramand lehnt eine hohe Stellung am persischen Hof ab, weil er nach Unsterblichkeit strebt. Ein Einsiedler und eine Priesterversammlung mahnen ihn, dass allein die Tugend unsterblich sei; ein Schah gewährt ihm dennoch einen Zaubertrank. Als Naramand im Traum erlebt, wie seine Liebsten um ihn herum altern und sterben, während er selbst jung bleibt, erkennt er die Vergeblichkeit seines Wunsches und findet zu seiner Frau zurück.
Kulturelle Bedeutung
Musikalisch orientiert sich Hoffmanns Partitur mit ihrer Folge aus Ouvertüre und 18 Nummern hörbar an Mozarts Zauberflöte. Das Werk belegt Hoffmanns Ambitionen als Komponist, die neben seinem literarischen Ruhm lange im Schatten standen: Erst 1997 erstellte das Musikwissenschaftliche Seminar Detmold Aufführungsmaterial, sodass die Oper 204 Jahre nach ihrer Entstehung erstmals auf der Bühne zu erleben war.