Über das Werk
Der Spieler ist eine Oper in vier Akten von Sergei Prokofjew nach Fjodor Dostojewskis gleichnamigem Roman, für die der Komponist auch das russische Libretto schrieb. Eine erste Fassung entstand 1915 bis 1917 für das Mariinski-Theater, dessen für 1917 geplante Uraufführung durch die Februarrevolution verhindert wurde; erst nach einer gründlichen Überarbeitung 1927/28 kam das Werk am 29. April 1929 am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel zur Uraufführung.
Handlung
Im fiktiven Kurort Roulettenburg verliebt sich der Hauslehrer Alexej in Polina, die Stieftochter eines hoch verschuldeten russischen Generals. Während die Familie sehnsüchtig auf das Erbe der reichen Großtante wartet, verspielt diese ihr Vermögen selbst am Roulettetisch. Um Polina zu gewinnen, setzt schließlich auch Alexej sein Glück beim Spiel und gewinnt eine riesige Summe – verliert dabei aber zunehmend sich selbst an die Sucht.
Kulturelle Bedeutung
Prokofjew verzichtete konsequent auf geschlossene Arien und Chöre zugunsten einer durchkomponierten, deklamatorischen Musiksprache nahe am Sprechrhythmus des Romans, was das Werk zu einem der radikalsten Bühnenwerke seiner frühen Schaffensphase macht. Als Emigrant konnte Prokofjew das Werk lange nicht in der Sowjetunion zeigen; die russische Erstaufführung fand erst 1963 in Moskau statt.