Über das Werk
Der Schützling ist eine Posse mit Gesang in vier Akten von Johann Nestroy, die er am 9. April 1847 im Theater in der Leopoldstadt als Benefizvorstellung für sich selbst uraufführte. Ursprünglich plante Nestroy das Stück unter dem Arbeitstitel „Protection“; es stellt Aufstieg durch Beziehungen gegen Aufstieg durch eigene Leistung, vor dem Hintergrund der beginnenden Industrialisierung.
Handlung
Der ehemalige Schulgehilfe Gottlieb Herb lehnt es ab, sich durch Protektion voranzubringen, und will seinen Weg allein durch Tüchtigkeit machen. Heimlich unterstützt ihn die Fabrikantengattin Pauline von Waldbrand mit Geld und verschafft ihm die Stelle eines Fabriksdirektors, während ein unterlegener Mitbewerber gegen ihn intrigiert. Am Ende klären sich die Missverständnisse, der Intrigant wird bloßgestellt, und Herb findet zu seiner Julie zurück.
Kulturelle Bedeutung
Zeitgenössische Kritiker würdigten das Stück als Abkehr von Nestroys derberer Klamotte hin zu einer ernsteren, gesellschaftskritischen Posse, die Fragen der frühen Industriegesellschaft aufgriff; es wurde bis in den Mai 1847 hinein fast täglich gespielt.