Über das Werk
Der Ruf des Lebens ist ein Schauspiel in drei Akten von Arthur Schnitzler, im September 1905 abgeschlossen und Hermann Bahr gewidmet. Uraufgeführt wurde es am 20. Februar 1906 in russischer Übersetzung in Sankt Petersburg, vier Tage vor der deutschsprachigen Erstaufführung am 24. Februar 1906 im Berliner Lessingtheater; die Buchausgabe erschien am 27. Februar 1906 bei S. Fischer.
Handlung
Die 26-jährige Marie pflegt seit Jahren ihren herrischen, gehbehinderten Vater, während ein Kavallerieregiment zum Ausrücken in den Krieg bereitsteht. In der Nacht vor dem Abmarsch befreit sie sich in einer Verzweiflungstat von der häuslichen Tyrannei, um die letzte gemeinsame Nacht mit dem jungen Offizier Max zu erleben, der im nahenden Gefecht so gut wie sicher fallen wird.
Kulturelle Bedeutung
Der Titel liest sich als Antiphrase: Fast alle Hauptfiguren gehen aus dem 'Ruf des Lebens' in den Tod. Ungewöhnlich für ein Schnitzler-Stück ist, dass die Weltpremiere nicht in deutscher Sprache, sondern in russischer Übersetzung in Sankt Petersburg stattfand.