Über das Werk
Kurt Weill komponierte die zweiaktige Schuloper 1930 zu einem Text von Bertolt Brecht, der auf Elisabeth Hauptmanns Nachdichtung eines japanischen Nō-Spiels („Taniko“) nach Arthur Waleys englischer Übersetzung beruht. Die Uraufführung fand am 23. Juni 1930 im Berliner Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht mit Schüler:innen der Akademie für Kirchen- und Schulmusik statt und wurde live im Radio übertragen.
Handlung
Ein Junge begleitet seinen kranken Lehrer und andere Männer auf eine gefährliche Bergreise, um in einer fernen Stadt Medizin für seine kranke Mutter zu holen. Als er selbst erschöpft zusammenbricht, fragt ihn der Lehrer nach dem „großen Brauch“, ob er einverstanden sei, zurückgelassen und ins Tal gestürzt zu werden – der Junge sagt Ja. Die Gefährten stürzen ihn daraufhin von der Bergwand.
Kulturelle Bedeutung
Innerhalb von drei Jahren wurde „Der Jasager“ an über 200 Schulen aufgeführt und gehörte damit zu den erfolgreichsten Lehrstücken der Weimarer Republik. Nach Kritik von Schüler:innen an der fraglosen Zustimmung des Jungen schrieb Brecht mit „Der Neinsager“ eine Gegenfassung, in der der Junge widerspricht.