Über das Werk
„Der Fall McNeal“ ist die deutschsprachige Fassung von „McNeal“, einem Stück in einem Akt des US-amerikanischen Dramatikers Ayad Akhtar; ins Deutsche übertragen hat es Daniel Kehlmann. Uraufgeführt wurde es 2024 in einer Produktion des Lincoln Center Theater im New Yorker Vivian Beaumont Theater: Die Voraufführungen begannen am 5. September, die offizielle Premiere war am 30. September. Bartlett Sher führte Regie, und Robert Downey Jr. gab in der Titelrolle sein Broadway-Debüt.
Handlung
Jacob McNeal ist ein gefeierter amerikanischer Romancier, der seit Jahren als Anwärter auf den Literaturnobelpreis gilt und schwer trinkt. Ausgerechnet in der Praxis seiner Ärztin, die ihn vor dem Versagen seiner Leber warnt, erfährt er, dass er den Preis erhält. Danach gerät sein Selbstbild ins Wanken: Sein entfremdeter Sohn Harlan droht öffentlich zu machen, dass McNeal für seinen Erfolgsroman das unveröffentlichte Manuskript seiner verstorbenen Frau verwertet hat, eine Journalistin der New York Times interviewt ihn, und beim Schreiben lässt er sich von einem KI-Chatbot, gefüttert mit Klassikern und privaten Aufzeichnungen, Texte in seinem eigenen Stil erzeugen.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück verhandelt am Beispiel künstlicher Intelligenz Plagiat, Urheberschaft und künstlerische Integrität. Jeffrey Goldberg lobte es in The Atlantic, das den Text im Dezember 2024 mit einem Vorwort von Jeremy Strong veröffentlichte, während andere Rezensionen deutlich kritischer ausfielen. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 1. März 2025 am Wiener Burgtheater statt; im selben Jahr folgten weitere Inszenierungen, unter anderem in Düsseldorf und Berlin, und Theater heute druckte Kehlmanns Übersetzung ab.
