Der Diktator
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Der Diktator

Ernst Krenek
Oper · 1928
Tragödie

Über das Werk

Der Diktator ist eine tragische Oper in einem Akt (zwei Bildern) von Ernst Krenek nach eigenem Libretto, komponiert 1926 als erstes Stück eines Opern-Triptychons. Die Uraufführung leitete Joseph Rosenstock am 6. Mai 1928 am Staatstheater Wiesbaden, gemeinsam mit den Einaktern „Das geheime Königreich“ und „Schwergewicht oder Die Ehre der Nation“.

Handlung

In einem Hotel am Genfer See kuriert ein namenloser Diktator, dessen Züge an Mussolini erinnern, seine Kriegsnerven, begleitet von seiner Frau Charlotte. Maria, deren Mann im Krieg erblindete, hasst den Diktator für seine Politik und dringt mit einem Revolver zu ihm vor, verfällt jedoch seinem Charme. Als Charlotte die beiden entdeckt, schießt sie aus Eifersucht auf ihren Mann, trifft aber tödlich Maria; der Diktator gibt einen Selbstmord aus unglücklicher Liebe vor, während Marias blinder Mann verzweifelt nach ihr sucht.

Kulturelle Bedeutung

Mit seiner unverhohlenen Anspielung auf den italienischen Faschismus zählt Der Diktator zu den frühen musiktheatralen Warnungen vor autoritärer Herrschaft im Europa der 1920er Jahre. Kritiker verglichen den knapp 35-minütigen Einakter mit Puccinis „Il trittico“ und lasen in seiner reißerischen, veristisch grundierten Musiksprache einen bewussten Kontrast zu Kreneks gleichzeitig entstandenem „Jonny spielt auf“.

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