Über das Werk
Bertolt Brecht schrieb dieses Dramenfragment Ende der 1920er-Jahre als Vorarbeit zu „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“; zu Lebzeiten blieb es unvollendet und unaufgeführt. Erst am 13. April 1967 brachten Manfred Karge und Matthias Langhoff am Berliner Ensemble eine aus den Fragmenten erarbeitete Bühnenfassung mit Musik von Hans-Dieter Hosalla zur Uraufführung.
Handlung
Während der Weltwirtschaftskrise wird die verwitwete Niobe Queck mit ihren sieben Kindern aus ihrer Wohnung vertrieben. Sie versucht, über ein Brennholz-Verteilprogramm der Heilsarmee zu überleben, während arbeitslose Menschen um die knappen Gaben konkurrieren und Hilfsangebote scheitern. Der Rebell Washington Meyer verkörpert einen Aufstand gegen diese Verhältnisse, der letztlich erfolglos bleibt.
Kulturelle Bedeutung
Brecht entlarvt in dem Fragment die Heilsarmee als Instanz, die das kapitalistische System eher stabilisiert als es infrage zu stellen, und verleiht dem Alltagselend durch Anspielungen auf antike Stoffe epische Wucht. Das Stück zeigt, wie postum aus unfertigen Brecht-Fragmenten spielbare Bühnenfassungen entstanden sind.