Der blinde Passagier
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Der blinde Passagier

Maria Lazar
Theater · 2025
Drama

Über das Werk

„Der blinde Passagier“ ist ein Schauspiel der österreichischen Autorin Maria Lazar, das um 1938/39 in ihrem dänischen Exil entstand. Zu Lebzeiten der Autorin wurde es weder gedruckt noch gespielt; erst 2024 erschien es aus dem Nachlass in dem Band „Die vergessenen Theaterstücke“ beim Wiener Verlag Das vergessene Buch. Die Uraufführung inszenierte Laura Linnenbaum am 31. Mai 2025 am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Handlung

Im Winter 1938 liegt ein kleines dänisches Frachtschiff im dichten Nebel vor einem deutschen Hafen. Carl, der Sohn des Kapitäns, zieht den jüdischen Arzt Hartmann, der vor den Nationalsozialisten flieht, aus dem eiskalten Wasser und versteckt ihn im Laderaum. Nach und nach erfährt die ganze Familie an Bord von dem blinden Passagier: Kapitän Petersen, die Mutter, Carls Schwester Nina und ihr Verlobter, der Steuermann. Jede und jeder muss sich entscheiden, ob der Flüchtling geschützt, außer Landes gebracht oder den Behörden ausgeliefert wird.

Kulturelle Bedeutung

Das Stück gehört zu den spät entdeckten Dramen, mit denen Maria Lazar seit einigen Jahren als wichtige Stimme der Exilliteratur neu gelesen wird. Die Kritik lobte nach der Uraufführung die genaue Bauweise und die moralische Wucht des Kammerspiels über Wegsehen und Zivilcourage; in der „Welt“ wurde ihm zugetraut, ein moderner Klassiker zu werden. Binnen eines Jahres nahmen mehrere Bühnen in Deutschland und Österreich das Stück in ihren Spielplan.

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