Über das Werk
Der Affe und der Bräutigam ist eine Posse mit Gesang in drei Akten von Johann Nestroy, die Theaterdirektor Carl als Vehikel für den erstmals in Wien auftretenden Affen-Mimen Eduard Klischnigg in Auftrag gab. Nestroy schrieb das Stück 1836 nach Motiven des französischen Vaudevilles Le Singe et l'adjoint von Duvert und Henry (Paris 1833); die Uraufführung fand am 23. Juli 1836 im Theater an der Wien statt, die Musik komponierte Georg Ott.
Handlung
Der als Zauberer verschriene Wilhelm soll die affenliebende Berta nicht bekommen, da ihr Vater sie mit seinem Freund Mondkalb verheiraten will. Um Bertas Zuneigung zu gewinnen, verkleidet sich Mondkalb als Affe – ausgerechnet als aus einer nahen Menagerie ein echter Affe entkommt. Die fortlaufenden Verwechslungen zwischen dem verkleideten Mondkalb und dem echten Tier lösen sich erst mit dem Auftritt des Menagerie-Besitzers, sodass die jungen Liebenden zueinanderfinden.
Kulturelle Bedeutung
Zeitgenössische Kritiken würdigten weniger Nestroys Text als die artistischen Kunststücke Klischniggs in der Affenrolle, lobten das Stück aber als gelungenes Gelegenheitswerk. Es blieb auch dann im Repertoire, als kein vergleichbar virtuoser Affen-Darsteller mehr zur Verfügung stand, und gehörte bis weit ins 19. Jahrhundert zu den beliebten Possen Nestroys.