Über das Werk
Dramma per musica nach Pietro Metastasios Libretto „Demofoonte", komponiert 1773 von Maksym Beresowski im Auftrag des russischen Flottenkommandanten Graf Alexei Orlow und im Februar desselben Jahres im Teatro San Sebastiano in Livorno uraufgeführt, wo Orlows Geschwader überwinterte. Von der Partitur sind nur eine Sinfonia und vier Arien erhalten.
Handlung
König Demofoonte von Thrakien soll nach einem Orakelspruch jährlich eine Jungfrau opfern; sein Sohn Timante ist heimlich mit Dircea verheiratet, was das Losverfahren zur Katastrophe treibt. Durch aufgedeckte Briefe stellt sich heraus, dass Dircea in Wahrheit Demofoontes eigene Tochter und Timante der Sohn des Edelmanns Matusio ist, wodurch sich Ehe und Opferpflicht als unbedenklich erweisen und alle Konflikte sich lösen.
Kulturelle Bedeutung
Als erste Oper eines russischen beziehungsweise ukrainischen Komponisten nimmt Demofont einen besonderen Platz in der Musikgeschichte ein; die zeitgenössische Presse in Livorno lobte Beresowskis Musik ausdrücklich. Später plante Sergei Diaghilew eine Wiederaufführung des Werks, die jedoch nicht realisiert wurde; die weitgehend verlorene Partitur erschwert bis heute eine Wiederentdeckung auf der Bühne.