Über das Werk
Demetrius ist ein Dramenfragment, an dem Friedrich Schiller 1804/05 arbeitete; nur der erste Akt liegt vollständig ausgearbeitet vor, der weitere Verlauf blieb Skizze, als Schillers Tod 1805 die Arbeit beendete. Am Weimarer Hoftheater kam das unvollendete Stück am 15. Februar 1857 in dieser fragmentarischen Form auf die Bühne.
Handlung
Demetrius gibt sich als überlebender Sohn des russischen Zaren Iwan IV. aus und gewinnt den polnischen Reichstag für einen Feldzug gegen Boris Godunow. Nach seiner Machtübernahme muss er erkennen, dass er nur das Werkzeug einer Adelsfraktion war; seine eigene Mutter Marfa verweigert ihm die Anerkennung als Sohn.
Kulturelle Bedeutung
Das Fragment beschäftigt sich mit der Verantwortung des Einzelnen in der Geschichte und wird oft als Reflexion auf Napoleons Aufstieg gelesen. Seine Unvollständigkeit prägte die Nachwirkung: Mehrere Autoren versuchten sich an einem Schluss, darunter Gustav Kühne, dessen Fassung ebenfalls 1857 aufgeführt wurde, während selbst Goethes Versuch einer Vollendung unvollendet blieb.
