Über das Werk
Demetrio e Polibio ist ein Dramma serio in zwei Akten und Rossinis erste vollständige Opernkomposition: Der Tenor Domenico Mombelli beauftragte sie für seine eigene Familie, seine Frau Vincenzina Viganò Mombelli schrieb das Libretto. Rossini komponierte das Werk in Etappen zwischen 1806 und 1809 während seiner Studienzeit am Bologneser Liceo Musicale; eine erste, private Aufführung durch die Familie Mombelli fand 1809 ohne den Komponisten statt, die öffentliche Uraufführung erst am 18. Mai 1812 im Teatro Valle in Rom.
Handlung
Am Hof des Partherkönigs Polibio wächst der junge Siveno auf, der in Wahrheit der totgeglaubte Sohn des syrischen Königs Demetrio ist, und liebt Polibios Tochter Lisinga. Als ein syrischer Gesandter die Rückgabe des Jungen fordert und dessen Tochter entführen lässt, offenbart er sich als Demetrio selbst. Die Erkennung löst den Konflikt: Siveno und Lisinga dürfen heiraten, und die verfeindeten Königshäuser versöhnen sich.
Kulturelle Bedeutung
Obwohl chronologisch Rossinis erste Oper, blieb sie zu seinen Lebzeiten kaum bekannt, da sie ursprünglich nur für den privaten Kreis der Familie Mombelli bestimmt war; als eigentliches Bühnendebüt gilt gemeinhin La cambiale di matrimonio von 1810. Das Werk zeigt schon den jugendlichen Komponisten mit einem sicheren Gespür für Melodie und Ensemblesatz.