Über das Werk
Shakespeare schrieb „Das Wintermärchen" vermutlich 1610/1611, gegen Ende seines Schaffens. Der Astrologe und Arzt Simon Forman notierte in seinem Tagebuch, das Stück am 15. Mai 1611 im Globe Theatre gesehen zu haben – die früheste bezeugte Aufführung. Gedruckt wurde das Stück erstmals 1623 in der ersten Folio-Ausgabe. Als Vorlage diente Robert Greenes Prosaroman „Pandosto".
Handlung
König Leontes von Sizilien verfällt in grundlosen Eifersuchtswahn, verstößt seine schwangere Frau Hermione und lässt das neugeborene Kind aussetzen, das an der Küste Böhmens gerettet und von Hirten aufgezogen wird. Hermione stirbt scheinbar vor Kummer, während die verstoßene Tochter Perdita sechzehn Jahre später in Böhmen den Königssohn Florizel kennenlernt. Nach Flucht und Verwicklungen kehren alle Beteiligten nach Sizilien zurück, wo sich Perditas Herkunft klärt und eine Statue der totgeglaubten Hermione zum Leben erwacht.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück verbindet Tragödie, Komödie und Märchenelemente und wird deshalb zu Shakespeares späten „Romanzen" gezählt; besonders die Schlussszene mit der „erwachenden Statue" gilt als eines der theatralisch wirkungsvollsten Bilder seines Werks.
