Über das Werk
Das weite Land ist eine Tragikomödie in fünf Akten von Arthur Schnitzler, 1910 vollendet und 1911 bei S. Fischer veröffentlicht. Die Uraufführung fand bereits am 2. November 1910 in russischer Übersetzung am Novyj dramatičeskij teatr in Sankt Petersburg statt; die deutschsprachige Erstaufführung folgte erst am 14. Oktober 1911 gleichzeitig an acht Bühnen, darunter dem Lessingtheater Berlin und dem Burgtheater Wien.
Handlung
Der Glühlampenfabrikant Friedrich Hofreiter und seine Frau Genia leben in Baden bei Wien nach außen eine moderne, tolerante Ehe, in der beide Affären haben. Als Hofreiter von Genias Beziehung zum jungen Marineoffizier Otto von Aigner erfährt, fordert er ihn zum Duell und tötet ihn – obwohl er selbst stets für sexuelle Freiheit eingetreten war.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als eine der schärfsten Schnitzler-Analysen bürgerlicher Doppelmoral: Der Widerspruch zwischen Hofreiters proklamierter Toleranz und seiner tödlichen Eifersucht trägt das ganze Drama. Ungewöhnlich ist zudem, dass die Weltpremiere nicht auf Deutsch, sondern in russischer Übersetzung stattfand.