Über das Werk
Versdrama von Pedro Calderón de la Barca, verfasst 1634/35 und 1635 am Königshof in Madrid uraufgeführt; gedruckt erstmals 1636. Es gilt als Hauptwerk des spanischen Barocktheaters.
Handlung
König Basilio von Polen lässt seinen Sohn Segismundo aufgrund einer Sternendeutung von Kindheit an in einem Turm gefangen halten, weil er einen Tyrannen fürchtet. Als Test bringt er ihn betäubt an den Hof; Segismundo verhält sich gewalttätig und wird daraufhin wieder eingesperrt – man redet ihm ein, alles sei nur ein Traum gewesen. Später befreit ihn ein Aufstand; geläutert durch die Erfahrung, erweist sich Segismundo nun als besonnener Herrscher und vergibt seinem Vater.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück verhandelt die Spannung zwischen freiem Willen und Vorherbestimmung sowie die Frage, was Traum und was Wirklichkeit ist. Es prägte die deutsche Literatur nachhaltig, etwa Grillparzers Der Traum ein Leben (1840) und Hofmannsthals Der Turm, und wird bis heute international gespielt.