Über das Werk
Molière schrieb „Das Impromptu von Versailles“ 1663 als einaktige Komödie, angeblich innerhalb von nur acht Tagen. Die Uraufführung fand im Oktober 1663 vor Ludwig XIV. in Versailles statt, die öffentliche Erstaufführung am 4. November im Théâtre du Palais-Royal in Paris.
Handlung
Molière tritt als er selbst auf und probt mit seiner Schauspieltruppe ein vom König kurzfristig bestelltes Stück. Als Regisseur gibt er detaillierte Anweisungen zu Rollenauffassung, Sprechweise und Haltung und lässt die Truppe zugleich eine Aufführung der Konkurrenztruppe am Hôtel de Bourgogne parodieren. Die Probe wird immer wieder von Kritik an Molières eigenem Stück „Die Kritik der 'Schule der Frauen'“ unterbrochen; am Ende verschiebt der König die geplante Aufführung.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück ist Molières direkte Antwort auf Edmé Boursaults Spottschrift „Le Portrait du peintre“ und Teil einer öffentlichen Fehde um „Die Schule der Frauen“. Als Theater-im-Theater-Stück verteidigt es Molières Auffassung von Schauspielkunst und Kritik und gilt als frühes Beispiel für Metatheater auf der französischen Bühne.
