Über das Werk
Das Haus der Temperamente ist eine Posse mit Gesang in zwei Aufzügen von Johann Nestroy, uraufgeführt am 16. November 1837 im Theater an der Wien als Benefizvorstellung für den Autor; die Musik komponierte Adolf Müller. Die Handlung spielt gleichzeitig in vier Wohnungen eines Hauses, in denen vier Familien mit je einem der klassischen Temperamente leben.
Handlung
Im Haus wohnen der cholerische Herr von Braus, der phlegmatische Herr von Fad, der melancholische Herr von Trüb und der sanguinische Herr von Froh, jeder mit heiratsfähigen Kindern. Als die Diener Schlankel und Hutzibutz parallel in allen vier Parteien intrigieren, um Verlobungen zu stiften und zu verhindern, sorgt das temperamentsbedingt völlig unterschiedliche Verhalten der Väter für fortlaufende Verwicklungen, bis sich am Ende die Paare finden.
Kulturelle Bedeutung
Die von Nestroy bewusst als Bühnenexperiment angelegte Parallelführung von vier Schauplätzen in einem geteilten Bühnenbild gilt bis heute als aufführungstechnische Herausforderung. Das Stück wurde bereits bei der Premiere umjubelt und bis 1860 rund 85 Mal gespielt.