Über das Werk
Das Haus Delorme ist ein 1904 entstandener Einakter mit dem Untertitel Eine Familienszene. Eine für 1904 vorgesehene Uraufführung unter Max Reinhardt wurde abgesagt; auf die Bühne kam das Stück erst am 24. Februar 1979 am Wiener Akademietheater, zusammen mit Die Gefährtin und Die letzten Masken.
Handlung
Der arbeitslose Charles will reich heiraten und wendet sich von seiner Schwester Mathilde ab, einer Schauspielerin, die die Familie mit ihrer Arbeit ernährt. Als seine designierte Braut Elsa erfährt, dass kein Erbe zu erwarten ist, flieht sie, und Charles weist sie ab. Die Familie überredet Mathilde zur Rückkehr; am Ende feiern alle gemeinsam mit dem überraschend erschienenen Vater.
Kulturelle Bedeutung
Schnitzler wehrte sich 1904 öffentlich in einer Zeitungsnotiz gegen Gerüchte, das Stück ziele auf die Familie der Schauspielerin Adele Sandrock. Dass die Uraufführung erst 75 Jahre nach der Entstehung stattfand, macht Das Haus Delorme zu einem seltenen Fall eines vollständigen, bühnenfertigen Schnitzler-Einakters, der zu Lebzeiten des Autors nie gespielt wurde.