Über das Werk
Posse mit Gesang in drei Akten von Johann Nestroy nach dem französischen Vaudeville „Trois Épiciers“ von Lockroy und Auguste Anicet-Bourgeois (Uraufführung 20. Januar 1840, Théâtre des Variétés, Paris), uraufgeführt am 26. Februar 1845 im Theater an der Wien als Benefizvorstellung für den Dichter. Nestroy hielt sich eng an die Vorlage, strich aber einzelne Lieder und passte die Dialoge lokal an; die Musik komponierte Adolf Müller senior.
Handlung
Drei befreundete Gewürzkrämer – Schwefel, Baumöl und Zichori – misstrauen den jungen Ehefrauen der jeweils anderen, während jeder die eigene für über jeden Zweifel erhaben hält. Der junge Kommis Viktor wird von allen drei Frauen aus unterschiedlichen Gründen umworben; ein abgefangenes Billett bringt die Verwicklungen zutage, doch am Ende bleibt jeder Ehemann von der Tugend der eigenen Frau überzeugt.
Kulturelle Bedeutung
Die zeitgenössische Kritik fiel überwiegend negativ aus – Der Humorist nannte es „eine der mattesten, schalsten und geistlosesten Arbeiten“ –, allein Der Wanderer lobte eine „wirklich gute Posse“. Wegen der strikt parallel gebauten Dreifach-Handlung gilt das Stück unter Nestroy-Ensembles bis heute als besonders anspruchsvoll in der Textgenauigkeit, etwa bei den Nestroy-Spielen Schwechat.