Über das Werk
Spätwerk William Shakespeares aus dem Grenzbereich zwischen Tragödie, Komödie und Romanze, vermutlich 1609/10 entstanden. Eine Aufführung ist für April 1611 im Globe Theatre belegt – der Astrologe Simon Forman notierte sie in seinem Tagebuch. Gedruckt wurde das Stück erstmals 1623 in der First Folio, dort noch als Tragödie eingeordnet.
Handlung
König Cymbeline verstößt seine Tochter Imogen, weil sie heimlich den niedriggeborenen Posthumus statt des von der Königin favorisierten Cloten geheiratet hat. Im italienischen Exil wettet der Höfling Iachimo mit Posthumus um Imogens Treue, verschafft sich durch eine List Zutritt zu ihrem Schlafgemach und täuscht Posthumus mit gefälschten Beweisen. Der glaubt sie untreu und befiehlt ihre Ermordung; Imogen entkommt verkleidet als Junge, trifft ihre totgeglaubten Brüder wieder, und am Ende klärt sich der Betrug in einer großen Wiedererkennungsszene auf, die auch Frieden zwischen Britannien und Rom bringt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück gilt als typisches Beispiel für Shakespeares späte Romanzen mit ihrem Wechsel zwischen Täuschung, Verlust und Versöhnung. Die berühmte Totenklage im vierten Akt beeinflusste unter anderem Virginia Woolfs Roman Mrs Dalloway.
