Über das Werk
Versstück in vier Akten mit Prolog von Edmond Rostand, an dem er ab 1902 mit mehreren Unterbrechungen arbeitete. Die Uraufführung fand am 7. Februar 1910 im Théâtre de la Porte-Saint-Martin in Paris statt, mit Lucien Guitry in der Titelrolle; die Inszenierung mit über 70 als Tiere kostümierten Darsteller:innen zählte zu den aufwendigsten ihrer Zeit.
Handlung
Der Hahn Chantecler ist überzeugt, dass allein sein Krähen die Sonne aufgehen lässt und den Hühnerhof beschützt. Als eine Fasanenhenne seine Zuneigung gewinnt, vergisst er vor Liebe das Krähen und muss erkennen, dass die Sonne auch ohne ihn aufgeht; ein nächtliches Vogelkomplott macht ihn zur Zielscheibe. Nach einem Hahnenkampf und der Begegnung mit einer Nachtigall, deren Gesang ihn beschämt, entscheidet er sich am Ende gegen ein Leben mit der Fasanin im Wald und für seine Pflicht im Hühnerhof.
Kulturelle Bedeutung
Nach dem Welterfolg von „Cyrano de Bergerac" wurde die Uraufführung mit großer Erwartung und verdoppelten Eintrittspreisen begleitet, blieb aber wegen der aus der Mode gekommenen Versform und der Tierkostümierung hinter den Erwartungen zurück; eine Wiederaufnahme 1927 fand mehr Anklang. Das Stück gilt als Rostands persönlichstes Werk und inspirierte spätere Bearbeitungen bis hin zum Zeichentrickfilm „Rock-a-Doodle" (1991).
