Über das Werk
Opera seria in drei Akten von Niccolò Piccinni nach Pietro Metastasios Libretto „Catone in Utica“. Die Partitur entstand in Neapel und wurde ohne Anwesenheit des Komponisten am 4. November 1770 im Mannheimer Hoftheater uraufgeführt – zur Feier des Namenstags des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor, an dessen Hof die italienische Oper besonders gepflegt wurde.
Handlung
Der römische Senator Catone verteidigt das belagerte Utica gegen Julius Cäsar, der die Republik in eine Diktatur verwandeln will, unterstützt vom numidischen Prinzen Arbace. Die Liebe von Catones Tochter Marzia zu Cäsar erschwert den Konflikt zusätzlich. Nach gescheiterten Friedensverhandlungen und einer verlorenen Schlacht nimmt sich Catone das Leben, nachdem er seiner Tochter verziehen hat.
Kulturelle Bedeutung
Metastasios politisch-moralisch aufgeladener Stoff um Republik und Tyrannenherrschaft wurde rund dreißigmal vertont und zählte zu seinen meistgespielten Libretti. Dass ein ausgesprochen römischer Stoff eigens für einen deutschen Fürstenhof komponiert wurde, zeigt, wie gefragt italienische Opera seria im späten 18. Jahrhundert als höfisches Repräsentationsmedium über Landesgrenzen hinweg war.
