Über das Werk
Lyrisches Drama in sieben Bildern von Hans Werner Henze mit einem Libretto von Grete Weil und Walter Jockisch nach Abbé Prévosts Roman „Histoire du chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut" (1731), uraufgeführt am 17. Februar 1952 am Landestheater Hannover in der Regie Jockischs unter der musikalischen Leitung von Johannes Schüler. Henze, der die beiden Librettisten 1950 kennengelernt hatte, verlegte den Stoff in ein zeitgenössisches Paris und komponierte die Musik auf Grundlage einer einzigen Zwölftonreihe.
Handlung
Am Pariser Bahnhof begegnen sich der Student Armand und die junge Manon zufällig und beschließen, gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Weil das Geld für ihr Zusammenleben in ärmlichen Verhältnissen nicht reicht, wird Manon Geliebte wohlhabender Männer, während Armand im Drogenrausch versinkt. Als Manons Bruder Lescaut einen ihrer Gönner erschießt, wird sie verhaftet und aus der Stadt verbannt.
Kulturelle Bedeutung
Als Henzes erste abendfüllende Oper wählte das Werk bewusst eine unsentimentale, dem Epischen Theater verpflichtete Erzählhaltung und grenzte sich damit deutlich von den lyrischen Vertonungen desselben Stoffs durch Auber, Massenet und Puccini ab. Zunächst wenig beachtet, gilt Boulevard Solitude heute als eines der meistgespielten Werke des jungen Henze.