Über das Werk
Federico García Lorca schrieb „Bluthochzeit“ 1932, angeregt durch eine Zeitungsmeldung über ein tatsächliches Verbrechen in der andalusischen Provinz Almería von 1928. Die als Tragödie angelegte „Bluthochzeit“ wurde am 8. März 1933 im Teatro Infanta Beatriz in Madrid uraufgeführt und machte Lorca erstmals zu einem finanziell erfolgreichen Bühnenautor. Zusammen mit „Yerma“ und „Bernarda Albas Haus“ bildet das Stück Lorcas sogenannte andalusische Trilogie über Frauen im ländlichen Spanien.
Handlung
Eine Braut heiratet in Andalusien einen wohlhabenden Bräutigam, obwohl sie innerlich an Leonardo hängt, ihrer früheren, an einer Familienfehde gescheiterten Liebe. Noch am Hochzeitstag flieht sie mit dem inzwischen selbst verheirateten Leonardo in den Wald; Bräutigam und Familie nehmen die Verfolgung auf. Leonardo und der Bräutigam töten sich gegenseitig, und die blutbefleckte Braut kehrt zurück, während Mutter und Braut um die Toten trauern.
Kulturelle Bedeutung
„Bluthochzeit“ gilt als Lorcas Durchbruch auf der Bühne und verbindet Alltagssprache mit Liedern, Chorpassagen und den symbolisch aufgeladenen Bildern von Messer, Mond und Blut. Unter Francos Diktatur in Spanien verboten, wurde das Stück im Ausland früh gespielt und 1944 in Zürich erstmals auf Deutsch aufgeführt; 1957 vertonte Wolfgang Fortner den Stoff als Oper.