Über das Werk
Melodramma in zwei Akten von Vincenzo Bellini nach einem Libretto von Domenico Gilardoni, uraufgeführt am 30. Mai 1826 am Teatro San Carlo in Neapel als Bellinis erste an einem großen Haus gespielte Oper. Ursprünglich hieß das Werk „Bianca e Gernando“, da der Name „Fernando“ auf einer königlichen Bühne dem neapolitanischen Kronprinzen Ferdinando vorbehalten war. Für eine überarbeitete Fassung 1828 am Teatro Carlo Felice in Genua, an der auch Felice Romani mitwirkte, konnte der Titel zu „Bianca e Fernando“ geändert werden.
Handlung
Der Usurpator Filippo hält den totgeglaubten Herzog Carlo gefangen und will dessen Tochter Bianca heiraten. Carlos im Exil aufgewachsener Sohn Fernando kehrt heimlich zurück, erfährt von Filippos Intrigen und befreit gemeinsam mit Bianca und treuen Gefolgsleuten den Vater aus dem Kerker. Nachdem Filippo entwaffnet ist, endet die Oper mit der Wiedervereinigung der Familie.
Kulturelle Bedeutung
Der Erfolg der Uraufführung brachte Bellini den Auftrag für seine erste Mailänder Oper ein, die ihn endgültig bekannt machte. Die Titelfiguren Bianca und Fernando sind, anders als der Titel nahelegt, Geschwister und kein Liebespaar – im Zentrum der Handlung steht die Befreiung ihres zu Unrecht gestürzten Vaters.