Über das Werk
Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini nach einem Libretto von Felice Romani, uraufgeführt am 16. März 1833 im Teatro La Fenice in Venedig. Romani orientierte sich an Carlo Tedaldi Fores' gleichnamigem Schauspiel sowie an einem Ballett zum selben Stoff, das Giuditta Pasta, für die die Titelpartie geschrieben wurde, 1832 in Mailand gesehen und Bellini vorgeschlagen hatte. Weil die Fertigstellung sich verzögerte, wurde das Werk zur letzten gemeinsamen Oper von Bellini und Romani, deren langjährige Zusammenarbeit danach zerbrach.
Handlung
Beatrice, zwanzig Jahre älter als ihr Mann, ist mit dem Herzog von Mailand, Filippo Maria Visconti, verheiratet, der ihrer überdrüssig geworden ist und sich ihrer Hofdame Agnese zuwendet. Um sich Beatrices zu entledigen, lässt Filippo sie und den jungen Adligen Orombello, dem Beatrices Zuneigung gilt, fälschlich des Ehebruchs und einer Verschwörung gegen ihn bezichtigen. Trotz widersprüchlicher, unter Folter erpresster Aussagen wird Beatrice zum Tode verurteilt und stirbt, ihre Unschuld beteuernd, unter dem Beil.
Kulturelle Bedeutung
Der Stoff geht auf ein historisches Ereignis von 1418 zurück, als Filippo Maria Visconti seine Frau Beatrice Lascaris di Tenda tatsächlich wegen angeblichen Ehebruchs enthaupten ließ. Trotz der prominenten Besetzung mit Giuditta Pasta blieb die Uraufführung mit nur drei Vorstellungen ein Misserfolg, und das Werk hat sich bis heute nicht im Kernrepertoire etabliert.
