Über das Werk
Batum ist ein Drama in vier Akten von Michail Bulgakow über den jungen Josef Stalin als Streikführer unter den Ölarbeitern von Batumi 1901/02. Bulgakow schrieb es zwischen 1936 und dem 24. Juli 1939 im Auftrag des Moskauer Künstlertheaters, offenbar als Geschenk zu Stalins 60. Geburtstag; Stalin selbst ließ die Aufführung im August 1939 kurz vor Probenbeginn verbieten. Zu Lebzeiten des Autors nie gespielt, wurde das Stück erst 1991 am Moskauer Künstlertheater unter der Regie von Sergei Kurginjan uraufgeführt.
Handlung
Das Stück zeigt den jungen Dschughaschwili (Stalin) 1901/02 im georgischen Batumi beim Organisieren von Streiks unter Ölarbeitern und politischen Verbannten gegen die zaristische Herrschaft. Bulgakow zeichnet ihn als tatkräftigen, prinzipientreuen Anführer; historische Vorwürfe wie Erpressung oder Gewalt kommen im Stück nicht vor.
Kulturelle Bedeutung
Das Verbot traf Bulgakow schwer: Kurz zuvor war bereits eine Delegation des Künstlertheaters zu Recherchen nach Batumi aufgebrochen. Bulgakow erkrankte danach ernstlich und starb im März 1940, ohne eines seiner späten Werke auf der Bühne zu sehen. Erstveröffentlicht wurde der Text 1977 im Exilverlag Ardis (Ann Arbor), in der Sowjetunion erst 1988 in der Zeitschrift „Sowremennaja dramaturgija“. Die einzige bisherige Inszenierung 1991 am Künstlertheater lief unter dem Titel „Der Hirte“ und in grotesker Bildsprache.